• Was hat es gebracht? #1 - Alumnis im Interview

    Social Startups berichten, was es Ihnen gebracht hat "Sozial & Gründer" Stipendiat zu sein, wie sie dazu gekommen sind und was sie gelernt haben.

    Team: Karin, Mary-Ann, Christoph. Das Interview haben wir geführt mit Karin Demming, Initiatorin des Startups (links im Bild).

    Im Interview: bring-together // Sozial & Gründer Kohorte #5 

    Gründungsstatus von bring-together: noch nicht gegründet

    Warum hast du dich fürs Gründen entschieden? Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungen selbst zu treffen, liegt mir mehr als Befehlsempfänger zu sein, auch mit dem Bewusstsein, dass man dabei Fehler machen oder im schlimmsten Fall sogar scheitern kann. Ein Ziel, dass man sich selbst gesteckt hat, mit aller Konsequenz zu verfolgen, benötigt viel Eigenmotivation, die aber entsteht automatisch, wenn man sich mit etwas beschäftigt, wofür man wirklich brennt.

    An welchem Punkt hast du gedacht, dass du bei der Realisierung deiner Idee Unterstützung brauchst? Bei meiner Idee habe ich von Anfang an gewusst, dass die Realisierung nicht alleine zu schaffen ist, nicht nur, weil das Thema sehr komplex ist, sondern auch weil ich nicht alle Kompetenzen, die eine Entstehung einer Online-Plattform erfordert, besitze. Hinzu kommt noch die soziale Komponente unseres Projekts. Für uns war der Gedanke einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten zunächst im Vordergrund und nicht wie bei den klassischen Start-ups,  Skalierbarkeit und die Vorbereitung auf einen erfolgreichen Exit. Das stieß bei vielen auf großes Unverständnis. bring-together brauchte einfach Zeit, um zu reifen, damit sich aus der Idee ein solides Geschäftsmodell entwickeln kann und dazu brauchten wir an diesem Punkt dringend eine Struktur und Unterstützung von Menschen, die wie wir, an unser Projekt glaubten.

    Wie bist du dann auf das Social Impact Lab gekommen und warum hast du dich für das Sozial & Gründer Stipendium beworben? Ich bin recht gut vernetzt und hatte das Glück viele Leute zu kennen, die Pioniere in der Leipziger Startup-Szene sind. Ich hatte Michal Jirasek von meinem Projekt erzählt. Über ihn habe ich vom Social Impact Lab Leipzig erfahren. Er hatte mir direkt empfohlen, mich mit unserem Projekt im Lab zu bewerben.

    Wie war das Bewerbungsverfahren für dich? Hast du beim Final Pitch zum ersten Mal vor Publikum gepitcht? Zunächst gab es ja die schriftliche Bewerbung. Wir mussten unser umfangreiches Konzept ziemlich zusammen streichen, denn so viel Text war in der Online-Anmeldung gar nicht vorgesehen. Unsere erste kleine Challenge, denn abgesehen von unserem komplexen Thema, habe ich so meine Schwierigkeiten, mich kurz zu fassen. Mit dem Pitchen haben wir uns erst mal vertraut gemacht, indem wir uns die Pitches der Kohorte 4 angesehen haben. Als klar war, dass wir selbst tatsächlich zum Pitch eingeladen wurden, war ich natürlich extrem aufgeregt, denn in der Tat, es war mein erster Pitch vor der Öffentlichkeit und eine ganz neue Erfahrung für mich. Mir half es ein wenig, dass Christoph mit mir zusammen gepitcht hat.

    Du bist im Oktober 2015 als Stipendiat*in mit deinem Team gestartet. Was hat sich seitdem getan? Unser erster Meilenstein, den wir uns im Zusammenhang mit dem Stipendium gesetzt hatten, war damals der Start mit unserem Online-Magazin, in dem wir über gemeinschaftliche Wohnprojekte berichten. Während des Stipendiums arbeiteten wir außerdem intensiv an unserer Zielgruppenanalyse. Unser Fokus lag am Anfang auf der Zielgruppe 50+. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Teams in den gemeinsamen Workshops merkten wir sehr schnell, dass die Außenwahrnehmung auf unser Projekt, nicht mit unserem Konzept übereinstimmte. Unsere Plattform wurde beinahe als Seniorenplattform verstanden. Diese Reflektion hat uns veranlasst uns viel klarer zu positionieren und unser Profil deutlicher herauszuarbeiten. Die Idee hat sich dadurch weiterentwickelt. Inzwischen haben sich erste Wohnprojekte auf unserer Alphaversion eingeschrieben, die sich aber noch im geschützten Bereich befinden. Unser nächster Schritt ist es, unsere Community aufzubauen und unsere Plattform mit Menschen zu füllen, die sich für gemeinschaftliche Wohnprojekte interessieren. Mit unserer Gründung haben wir bewusst noch gewartet, denn eine Gründung ist mit Kosten und zusätzlichem Aufwand verbunden und hätte die Entwicklung unserer Plattform auch nicht schneller voran gebracht. Sobald absehbar ist, dass wir erste Einnahmen generieren, werden wir den Schritt der Gründung realisieren.

    Was bedeutet es für dich Sozial & Gründer Stipendiat*in gewesen zu sein? / Wie kann man sich das Stipendium im Lab so vorstellen? Was passiert da? Für mich persönlich und mein Team war das Stipendium das Beste was uns passieren konnte. Die Unterstützung hat uns sehr gestärkt und unser Handeln hat an Struktur gewonnen. Die vielen Workshops, Gespräche, Beratungen und immer ein offenes Ohr für aktuelle Themen gaben uns Sicherheit und Vertrauen, dass wir es schaffen können, aus dem Projekt ein soziales Unternehmen zu entwickeln. Allerdings war das zu bewältigende Pensum unserer Aufgaben für unser Projekt in Kombination zu den Angeboten oftmals sehr straff. Über den freien Arbeitsplatz, den jeder Teilnehmer während des Stipendiums im Lab zur Verfügung gestellt bekommt, entsteht ein wertvoller Austausch mit den StipendiatInnen anderer Projekte. Es wird zusammen Mittag gegessen oder auch mal gefeiert, wie in einer großen Familie. Dadurch erhält man zusätzlichen Input, lernt aus den Erfahrungen anderer und kann sich gegenseitig unterstützen.

    Was hast du im Lab gelernt und was hat dir am meisten gebracht? So konkret kann ich das gar nicht beantworten. Es gab in allen Bereichen etwas, was neu für uns war. Der Mix aus dem kompletten Programm gab uns die Möglichkeit, unser Projekt bring-together mit diesem zusätzlichen Know-How weiterzuentwickeln. Das komplette Angebot stand im Einklang mit dem Tempo und Status jedes einzelnen Projektes. Zusätzlich ist dieses Netzwerk so wertvoll, denn gerade, wenn man am Anfang eines Projektes steht, ist es besonders hilfreich, auf seine aktuellen Fragen eine kompetente Antwort zu erhalten. Das freundschaftliche Miteinander und die Wertschätzung, die einem im Lab entgegengebracht wird, ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Für mich persönlich war die Unterstützung beim Teambuildingsprozess ebenfalls enorm hilfreich. Ich habe nie zuvor in einem Team gearbeitet.

    Was würdest du angehenden Bewerbern empfehlen? Auf Grund der gesellschaftlichen Entwicklung kann es gar nicht genug gute Ideen auf der sozialen Ebene geben. Aus meiner Erfahrung werden Ideen, die nicht sofort einen wirtschaftlichen Vorteil erkennen lassen von vielen verkannt und auch abgewertet. Angehende Bewerber sollten sich davon nicht entmutigen lassen und sich nicht scheuen, sich mit ihrer Idee zu bewerben. Schließlich erhält man über die Bewerbung schon mal ein erstes Feedback, ob die Idee gründertauglich ist oder nicht. Genügend Engagement, Motivation und Durchhaltevermögen sollte man zum Stipendium auf jeden Fall mitbringen.

    Kontakt: Karin Demming / kd@bring-together.de / +49 (0) 172 348 77 41

    Mehr Infos über das Sozial & Gründer Stipendium bekommst du hier.

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