• 30 Jahre soziale Innovationen - Ein Rückblick auf die Jahre 1999 bis 2009

    Social Impact wird im Mai 2019 bereits 30 Jahre und wir nehmen euch in diesem Beitrag mit auf eine kleine Zeitreise in die Ereignisse und Entwicklungen von 1999 bis 2009. Jede Mai-Woche erscheint hier ein neuer Beitrag zu unserer Gründungsgeschichte, der uns ein Stückchen näher zu dem bringt, was Social Impact heute ist.

     

    1999 - Die Entstehung von Enterprise - Deine Gründungswerkstatt

    Aus der Überlegung heraus „Wie ist es möglich, das System des Princes Trust auf deutsche Verhältnisse zu übertragen?“ entstand 1999 Enterprise – Deine Gründerwerkstatt. Ziel war es, jungen arbeitslosen Menschen ohne viel Berufserfahrung oder finanzielle Mittel einen Weg in die Selbständigkeit zu ebnen.

    Den Anfang war ein Förderprogramm in Brandenburg an der Havel. Wieder trafen unsere Gründer zunächst auf großen Widerstand: Gründen ohne Geld und Berufserfahrung? Die meisten hielten die Idee für verantwortungslos, doch schließlich unterstützte das Jugendministerium das Projekt im Sinne der Jugendsozialarbeit in Brandenburg an der Havel. Der Ort war von der industriellen Wende her durch eine unzureichende Wirtschaftsstruktur und die noch weit höhere Arbeitslosenquote als in Berlin geprägt. Hier sollte sich beweisen, dass es funktioniert. Nach einem Jahr erfolgreich durchgeführter Programme konnten sie endlich auch das Arbeitsministerium überzeugen. So erhielten sie immer mehr Fördergelder für ihr Programm und konnten weitere Standorte eröffnen, u.a. in Cottbus und Oranienburg.

    2000 – Mikrofinanzierung für Enterprise Gründer*innen

    Kaum eine Bank wollte den jungen Gründer*innen, die aus benachteiligten Verhältnissen kamen, Kredite für ihre Projekte bewilligen. Unsere Gründer lösten das Problem, indem sie ein Mikrofinanzierungssystem entwickelten - das erste Gründungs-Finanzierungssystem in Deutschland, das explizit für junge benachteiligte Menschen ausgerichtet war. In Kooperation mit der Deutsche Bank AG sowie der GLS-Bank war es möglich, Fondsmittel für die Mikrofinanzierung der Projekte anzulegen.

    Das System, zunächst nur für Brandenburg entwickelt, wurde schon bald erfolgreich umgesetzt. Nach fünf Jahren verbreitete es sich bereits bundesweit und ermöglichte immer mehr Gründer*innen die Finanzierung ihrer Projekte.

    2003 – Der Enterprise-Verbund wird gegründet

    2003 war es der iq consult dann möglich, weitere Mittel aus dem europäischen Förderprogramm EQAL zu akquirieren. Der Enterprise-Verbund wurde gegründet und zum Träger für mehrere Ableger in den neuen Bundesländern. Zu dieser Zeit vergrößerte sich das Team und arbeitete an der Entwicklung neuer Themen wie z.B. der spezifischen Gründungsunterstützung für Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund.

    2004 – Skalierung von Enterprise führt zur Entstehung von Enterability 

    Mitte 2003 wurde iq consult beauftragt, Enterability - IFD Selbständigkeit für Menschen mit Behinderung weiterzuentwickeln. Denn unsere Gründer wollten damals auch Menschen mit Schwerbehinderung die Möglichkeit geben, sich beruflich selbständig zu machen und nachhaltig am Markt zu bestehen. Als Projektleiter wurde Manfred Radermacher angestellt, der den Gründer*innen und Partner-Institutionen nun schon seit über 15 Jahren bis heute zur Seite steht.

    Mit Unterstützung des Integrationsamtes startete mit Enterability erstmals eine Existenzgründungsberatung für Menschen mit Schwerbehinderung. Zehn Jahre später entwickelte sich das Projekt zum bundesweit ersten Integrationsfachdienst weiter. Und nur zwei Jahre später erhielt Enterability sogar den Europäischen Unternehmensförderpreis in der Kategorie „Verantwortungsvolles und Integrationsfreundliches Unternehmertum“.

    Bis Mai 2019 konnten sich allein in Berlin mehr als 420 Menschen mit Schwerbehinderung mit der Unterstützung von Enterability beruflich selbständig machen.

    2005 – Gründungsberatung auch im Kulturbereich

    Zudem wurde das Team von iq consult immer wieder im Themenspektrum Kultur aktiv und so entstand mit dem Projekt Kulturschiene 2005 ein Projekt zu kulturellen Nutzungskonzepten und der Aktivierung endogener Potenziale in ländlichen Räumen zur Nutzung leerstehender Bahnhöfe und ab 2007 folgte mit Kulturgewinn ein Projekt zur Qualifizierung und Beratung von Künstler*innen und Mitarbeiter*innen in Kulturorganisationen im Land Brandenburg. Über 200 Teilnehmende konnten darin qualifiziert und beraten werden.

    2006 - Gründungsberatung und Social Entrepreneurship gewinnen weiterhin an Bedeutung

    Im Rahmen der HartzIV-Reformen, begann die Arbeitsagentur als Fördermaßnahme Gründungen von Ich-AGs zu unterstützen, wodurch die Stigmatisierung von Selbständigkeit langsam aufgehoben wurde.

    Der Friedensnobelpreis ging im gleichen Jahr außerdem an Muhammad Yunus und die von ihm in Dhaka (Bangladesch) gegründete Grameen Bank. Ausgezeichnet wurde er für seine Bemühungen um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten, indem seine Bank armen Menschen ohne finanzielle Sicherheit, Mikrokredite vergab.

    2007 – Norbert Kunz wird Ashoka Fellow

    Ein Jahr später wird unser Geschäftsführer Norbert Kunz 2007 für die Beratungs- und Qualifizierungsprojekte für (Sozial-)Unternehmen der iq consult als Ashoka-Fellow in das weltweite Netzwerk aufgenommen. Seitdem kooperiert iq consult eng mit Ashoka und gestaltet die Entwicklung von Social Entrepreneurship in Deutschland mit. Das Thema nimmt an Fahrt auf und findet langsam seinen Platz in der deutschen Gründerszene.

    Das Team von iq consult entwickelte zu der Zeit außerdem, in Kooperation mit der City Foundation, stattkapital - ein Mentorshipprogramm, das einen Erfahrungsaustausch zwischen jungen Gründer*innen und gestandenen Unternehmer*innen ermöglichen soll.

    Ab 2008 – Modellversuch Tragfähigkeitsprüfung von Gründungsideen

    Im Auftrag des JobCenters Friedrichshain-Kreuzberg startete 2008 der Modellversuch zur Tragfähigkeitsprüfung von Gründungsideen im dialogischen Verfahren, das bereits Ende des Jahres als Gründercoaching Deutschland umgesetzt werden soll.

     

    Wie geht es weiter und welche Meilensteine wird Social Impact noch setzen? Das werden wir in unserem nächsten Blogbeitrag verraten...

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