• Ein Rückblick auf unseren Themenmonat September

    Wir blicken zurück auf unseren Themenmonat Social Entrepreneurship im ländlichen Raum: Den gesamten September über haben wir Projekte, Menschen und Initiativen vorgestellt, die der Landflucht entsagt haben, um ein eigenes Projekt oder eine Gründungsidee zu starten.

     

    Wem ist dieser Trend nicht bekannt?

    Während deutschlandweit entlegene Landstriche unter Bevölkerungsschwund leiden, herrscht in Städten eher der gegenteilige Zustand: Gentrifizierung und unbezahlbar hohe Mieten treiben die Menschen in Verzweiflung, vor allem aber in die Vorstädte. Doch wie können ländliche Räume wieder attraktiver gestaltet werden, sodass Menschen wieder Lust bekommen, auch abseits von Metropolen innovative Arbeits- und Wohnmodelle zu entwickeln?

    Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und Neuland21 haben sich genau dieser Frage angenommen und eine neue Studie zum Thema veröffentlicht: "Urbane Dörfer. Wie digitales Arbeiten Städter aufs Land bringen kann.“. 18 Projekte wurden untersucht, die zeigen, wie genau das geht und welche Geschäfts- und Versorgungsideen vor Ort noch entstehen. 

    Aber: Uns bleibt nicht mehr viel Zeit…!

    "Die nächsten 15 Jahre bilden das Zeitfenster der Möglichkeiten für die ländlichen Regionen, sich neu aufzustellen, sich wirklich nachhaltig aufzustellen, weil die Städte sich verändern. Im Moment ist es ein Gefälle: Man hält es nicht mehr aus in der Stadt - es kommt alles Schlimme zusammen. [...] Perspektivisch werden die urbanen Zentren lebenswerter und wenn dann die Peripherie nicht die Chance genutzt hat und ein gutes Pendant bietet, wird die Welle wieder zurück schwappen."

     – Philipp Hentschel (Coconat Workation Retreat, Bad Belzig)

    Genau deshalb braucht es mehr Menschen, die sich für soziale Innovationen in ländlichen Räumen einsetzen. Es mangelt nicht an Raum und Möglichkeiten. Was fehlt, ist vor allem eine Vernetzung lokaler Initiativen und Expert*innen, die durch einen regelmäßigen Dialog gemeinsam Herausforderungen identifizieren sowie nachhaltige Lösungswege formulieren. Dabei darf da natürlich auch die Zusammenarbeit mit der Lokalpolitik nicht fehlen.

    Diesen Fokus setzen wir nun verstärkt in unserem Social Impact Lab Beelitz-Heilstätten: Zurzeit erstellen wir eine Studie für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für soziale Innovationen im ländlichen Raum. Am 30. September fand dazu ein Netzwerktreffenfür soziale Innovationen in ländlichen Räumen statt, um Akteure aus der Region zusammen zu bringen und gemeinsam Stärken sowie Schwächen der ländlichen Entwicklung zu erkennen.

    Netzwerktreffen in Beelitz-Heilstätten

    „Wir sind längst nicht fertig mit unseren Überlegungen.“ - So begann unser Geschäftsführer Norbert Kunz das Netzwerktreffen in Beelitz: ein Tag gefüllt mit spannenden Workshops, Präsentationen sowie Podiumsdiskussionen zum Thema „Sozialunternehmertum im ländlichen Brandenburg - Barrieren, Brücken, Perspektiven.“ Wir waren begeistert, dass die Teilnehmenden viel mehr Ideen mitgebracht haben, als ein einziger Tag hätte füllen können!

    Für die Studie und unsere Arbeit im ländlichen Raum interviewen wir zudem zahlreiche Akteure aus dem Raum Brandenburg, so auch kürzlich u.a. Philipp Hentschel vom Coconat - a workation retreat, das Co-Working, Community und Natur in sich vereint. 

    Wichtig ist ihnen vor allem auch der Austausch mit den Bewohner*innen vor Ort. Das Coconat wird nämlich auch für Dorffeste sowie als Wahllokal genutzt – ein Musterbeispiel unter den Sozialunternehmen im ländlichen Raum! Eine Teilnehmerin des Netzwerktreffens betonte deshalb: „Wir brauchen mehr solcher Win-Win-Situationen. Denn was bringen den Bewohner*innen Modelle, die dem Dorf einfach von extern aufgedrückt werden, ohne, dass vorher die Situation  vor Ort bewertet wird?“

    Eines ist klar geworden bei diesem Treffen: Es gibt viele Menschen, die sich längst dem Thema ländlicher Raum widmen und jede*r einzelne hat Meinungen dazu, die sich sicherlich nicht alle eins zu eins decken. Aber einig waren wir uns am Ende des Tages alle: Es braucht mehr Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung – vor allem von Seiten der (Lokal-)Politik.

    Wie geht es weiter?

    Im Oktober werden wir uns einem ganz neuen Thema widmen: Female Entrepreneurship! Laut der EUwaren 2015 nur halb so viele Frauen selbständig wie Männer. Während der Anteil an weiblichen Gründer*innen bei konventionellen Startups bei gerade einmal 15% lag, fiel die Ungleichheit im Bereich des Social Entrepreneurship deutlich geringer aus: Fast die Hälfte der Teilnehmenden an der letzten DSEM Umfrage von SEND e.V.gaben an, weibliche Gründerinnen zu sein. Wie lässt sich diese riesige Kluft zwischen konventionellen und sozialen Unternehmer*innen erklären? Wie immer könnt ihr gespannt sein auf Zahlen, Fakten Interviews und Events rundum unseren neuen Themenmonat!

     

  • Twitter

    social impact ist auch auf Twitter. Folgen Sie uns für die neuesten Updates.


    Newsletter

    Tragen Sie sich hier für regelmäßige Updates ein