17 Ziele für eine bessere Zukunft

Mittwoch, 09. September 2020

Den gesamten September widmen wir unserem Programm Global Goals Lab, das auf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aufbauend, von Social Impact entwickelt wurde. Vor genau fünf Jahren wurde diese mit 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) verabschiedet – einem Katalog mit Handlungsanweisungen für ein gerechteres und nachhaltigeres morgen. Daran knüpft das Global Goals Lab an und fokussiert im bereits dritten Durchlauf des Programms den Blick auf fünf Global Goals.

 

Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bildet den globalen Rahmen für die Umwelt- und Entwicklungspolitik aller Staaten. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) mit 169 Zielvorgaben sind das Kernstück der Agenda. Diese drückt die Überzeugung aus, dass die globalen Herausforderungen nur durch Zusammenarbeit der internationalen Staatengemeinschaft bewältigt werden können. Dabei soll die Grundlage geschaffen werden, den weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten.

Leider ist die Agenda 2030 bisher noch für die wenigsten Staaten eine verbindliche Handlungsanleitung für politische Entscheidungsprozesse. Nach wie vor werden die politischen und ökonomischen Handlungsstrategien weitestgehend durch andere Interessen bestimmt. Vor dem Hintergrund haben wir uns dazu entschlossen, einen eigenen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu leisten und das Global Goals Lab ins Leben gerufen.

Am 14. September gehen wir mit dem Global Goals Lab bereits in die dritte Runde. Welche Global Goals stellen wir dieses Jahr in den Fokus? Welche globalen sowie nationalen Entwicklungen sind dabei zu beobachten? Was können wir als Individuen dazu beitragen?

Diesen Monat nehmen wir euch mit, auf eine Kurzreise zu den 5 ausgewählten SDGs:

  • SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden
  • SDG 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
  • SDG 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
  • SDG 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  • SDG 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

In dem ersten Blogartikel werfen wir einen Blick auf das erste SDG.

 

Was würdest Du mit 1,9 US-Dollar pro Tag tun?

SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Laut UN-Bericht lebten circa 672,78 Millionen Menschen 2018 in extremer Armut. Pro Tag stehen ihnen dabei durchschnittlich 1,90 US-Dollar (~1,58 Euro) zur Verfügung für Lebensmittel, Kleidung und alles, was sonst zum Leben wichtig ist. Bislang haben 55% der Weltbevölkerung immer noch keinen Zugang zu Sozialschutz, um bei Risiken und Bedürfnissen bei Lebenssituationen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität und/oder soziale Ausgrenzung Unterstützung zu erhalten. Auf europäischer Ebene konnten seit 2013 laut eurostat u.a. folgende Veränderungen und Entwicklungen zugunsten des ersten UN-Entwicklungsziels erreicht werden: Das Risiko von Armut oder sozialer Ausgrenzung konnte um 11,6% gesenkt werden, dies betrifft circa 94,8 Millionen Menschen. Der materielle Verlust wurde um 37,7% für 26,7 Millionen Menschen gesenkt. Die Einkommensarmut stieg um 0,5% für 73,8 Millionen Menschen seit 2013. Bei der Arbeit von Armut bedroht sind circa 9,2% der Arbeitnehmer*innen im Alter von 18+ Jahren. Im Detail sind die Ergebnisse hier zu finden. Laut Indikatorenbericht 2018 konnten sich im alltäglichen Leben u.a. 7,4 Millionen Menschen nicht ausgewogen ernähren und die Miete fristgerecht bezahlen. Davon waren 3,4% von erheblicher materieller Entbehrung betroffen.

Die Entwicklungen der letzten Jahre stehen 2020 vor neuen Herausforderungen. In Folge der COVID-19-Pandemie und der weltwirtschaftlichen Rezessionen könnte laut ILO die Anzahl der Menschen, die in Armut leben, die Schwelle von einer Milliarde seit 30 Jahren übersteigen. Diese wurde 2018 auf circa 759 Millionen Menschen geschätzt. Von einem Tag auf den anderen wurden vor allem Tagelöhner*innen, Landarbeiter*innen und Beschäftigte in kleinen und mittleren Betrieben des informellen Sektors durch die weltweiten Lockdown-Maßnahmen die Existenzgrundlage entzogen.

 

Die SDGs in den Alltag integrieren

Von Armut betroffen sind vor allem Arbeitslose, Wohnungssuchende, Menschen mit Migrationshintergrund und alte kranke Menschen. Doch auch alleinerziehende Elternteile können betroffen sein, da häufig eine Doppelbelastung durch Job und Kindererziehung besteht. Gedanken wie:

  • "Kann ich das Schulgeld im nächsten Monat bezahlen?"
  • "Wie bezahle ich den Schulausflug meiner Tochter in der kommenden Woche?"
  • "Wie sage ich meinem Sohn, dass wir das Geld für die Schulmaterialien als auch Essensgeld brauchen und kein Geld für neue Kleidung übrig ist?"

und Ängste, dass das Kind oder man selber aufgrund dessen aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird, können sehr belastend sein. Jedes fünfte Kind wächst in Deutschland in Armut auf. Dies bedeutet, dass auch Menschen in unserem engeren Umfeld davon betroffen sein könnten.

Der Weltbildungsberichts 2013/14 verdeutlicht bereits, dass in Ländern mit niedrigem Einkommen durch das Erlernen von Grundkenntnissen im Lesen, circa 171 Millionen Menschen der Armut entkommen könnten. Dies entspräche einer Reduzierung der weltweiten Armut um 12%. Es zeigt, welche Chancen der Zugang zu Bildung für nachfolgende Generationen eröffnet und wie essentiell diese für die Zielerreichung des ersten SDGs ist.

Inspirierende Projekte, Akteure und Organisationen, wie Unsichtbar e.V., Tafel Jugend, Bahnhofsmission, DIE BRÜCKE e.V., Stiftung Manager ohne Grenzen, Lebensbrücke, Fair für Kinder, LINGUEDO uvm. tragen bereits einen großen Teil dazu bei und bieten eine Vielfalt an Unterstützungsangeboten an.

Wir alle können etwas beitragen:

Die Global Goals können als Handlungsanleitungen für uns alle betrachtet werden. Jeder Beitrag, sei es im persönlichen Umfeld, in deiner Stadt oder als unternehmerische Ausrichtung sind essenziell für ein besseres Zusammenleben. Du möchtest live mitgestalten und erfahren, wie wir unsere Potenziale gemeinsam besser nutzen können, um die globalen Ziele zu erreichen? Dann bewirb dich hier für das kommende Zukunftscamp 2020, das im Rahmen des Global Goals am 12. November 2020 stattfinden wird.In der kommenden Woche werden wir in einem neuen Beitrag über das SDG4 berichten, das für inklusivere und chancengerechtere Bildung steht.

Wir sind Social Impact.

Wir haben die Vision einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft von morgen. Deshalb entwickeln wir Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Fragen der Migration und Integration, Rechtspopulismus oder Stadt-Land-Gefälle. Unser Blog gibt euch Einblicke in unsere Arbeit, in die Erfolge unserer (Social) Startups und hinter die Kulissen. Er zeigt, was uns wichtig ist. Wirft Fragen auf. Gibt Antworten. Unterhält. Und inspiriert. Viel Spass beim Lesen!