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Dienstag, 30. Juli 2024
Anjuna Roscher hat in Stuttgart eine Praxis für Physiotherapie und Coaching gegründet. Der Schwerpunkt ihres Angebots liegt auf der Krebsnachsorge. Sie widmet sich der individuellen Begleitung von Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben. Anjuna Roscher nutzt ihre persönliche Reise durch die Krankheit, um anderen Mut zu machen und sie auf ihrem Weg zurück ins Leben zu begleiten.
„Existenzgründung ist komplex“, sagt Anjuna Roscher. „Durch die Unterstützung von Frau Deichselberger kann ich aber meine Meilensteine klar strukturieren und habe auch in herausfordernden Momenten eine kompetente Ansprechpartnerin an meiner Seite.“ Doris Deichselberger ist Gründungsberaterin des Projekts "BESSER" von Social Impact in Stuttgart (www.besser-gruenden.eu). BESSER unterstützt Menschen mit Behinderung bei der Gründung einer tragfähigen Selbständigkeit. Die Beratung ist kostenlos. Aufgrund der Krebserkrankung hat Frau Roscher einen Grad der Behinderung von 60%.
Menschen mit Behinderung, die sich beruflich selbständig machen, schaffen sich einen eigenen Arbeitsplatz, der ihren ganz individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Als ihr eigener Chef gestalten sie ihr Arbeitsumfeld behindertengerecht. Deshalb ist die berufliche Selbständigkeit für viele Menschen mit Behinderung eine große Chance.
„Die Zeit nach der Krebstherapie ist von großer Bedeutung“, weiß Anjuna Roscher aus eigener Erfahrung. Es geht darum, die eigene Stärke wiederzufinden und den Lebensmut neu zu entfachen. Anjuna Roscher versteht diese Bedürfnisse aus erster Hand und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, jungen Menschen, die den Krebs besiegt haben, auf ihrem Weg zur Regeneration beizustehen. "Gesundheit ist ein fortwährender Prozess, der über die Akuttherapie hinausgeht", betont Roscher.
Im Zentrum der Geschäftsisidee steht ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur auf physiologische Genesung abzielt, sondern auch auf die emotionale Unterstützung. Anjuna Roscher zu ihrer Mission: "Vielleicht können wir lernen, das Leben wieder in vollen Zügen zu lieben, nicht trotz unserer Vergangenheit, sondern gerade wegen ihr. Ich glaube, wir haben das verdient.“
Ein Gedanke, mit dem Gründungsberatungsstellen für Menschen mit Behinderung immer wieder konfrontiert sind, lautet „Berufliche Selbständigkeit und Behinderung – das passt nicht zusammen.“ Viele Menschen glauben Schwerbehinderte sind nicht leistungsfähig und deshalb den besonderen Belastungen einer beruflichen Selbständigkeit nicht gewachsen. Sie unterstellen, dass sich Menschen mit Behinderung deshalb gar nicht selbständig machen wollen.
„Wir haben das Gegenteil bewiesen“ sagt Manfred Radermacher der Projektleiter von BESSER. „Der Bedarf nach einer speziellen Gründungsberatung ist groß. Wenn Sie professionell beraten werden, sind Menschen mit Schwerbehinderung erfolgreich als Unternehmer:in.“
https://anjuna-roscher.de/
