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Ein Einblick: Was bedeutet Solidarität für Gründer*innen?

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Solidarität ist ein breit gefasster Begriff. Spätestens seit der Covid19-Pandemie ist noch einmal mehr sichtbar geworden, wie wichtig ein gesellschaftlicher Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung ist. Mit unserem aktuellen Themenmonat möchten wir zu „mehr Solidarität“ aufrufen und sichtbar machen, wie unerlässlich das Eintreten füreinander ist. Aus diesem Anlass konnten wir mit zwei Alumni von Social Impact über ihre persönliche Bedeutung von Solidarität gesprochen.

Was bedeutet „Solidarität"?

Solidarität hat viele Facetten und findet in unterschiedlichen Lebensbereichen ihre Bedeutung und Wertigkeit. Die Malteser haben dabei eine schöne Metapher für Solidarität gefunden: "Das gegenseitige füreinander Eintreten in der Gemeinschaft. Geteilte Werte sowie Überzeugungen und Ziele, spielen dabei eine zentrale Rolle. Es ist der Kleber, der eine Gesellschaft zusammenhält, die Selbstverpflichtung von Menschen, sich sozial zu verhalten."

Solidarität bedeutet vor allem eines: Zusammengehörigkeit und gegenseitige Unterstützung. Dies kann in der Nachbarschaft stattfinden, im Berufsleben, der Schule, in einer Gemeinschaft mit gleichen Werten, während politischer Umbruchszeiten und überall, wo Zusammenhalt gebraucht wird.

Solidarität im Startup-Alltag

Wir beginnen mit einem Erfahrungsbericht von unseren Alumni Fair Friend:Solidarität ist ein Begriff, der in der schnelllebigen Welt von Tech-Startups außerhalb des Social Impact Labs kaum vorkommt. Unter Startups im Social Impact Lab halfen wir uns durch den Austausch unserer Meinungen und Erfahrungen sowie der gemeinsamen Besprechung unserer aktuellen Herausforderungen. Angekommen in der harten Realität außerhalb des Social Impact Labs erfährt man jedoch wenig Solidarität.

Wichtig ist für uns als Tech-Startup, das einen Social Impact erzielen möchte, dass wir uns auf unsere Werte - also insbesondere unsere Ziele - besinnen und auch gegenüber äußeren unsolidarischen Einflüssen resilient bleiben. Unser Hauptziel mit unserer EinkaufsCHECK-App ist die volle Informationstransparenz für jeden Menschen beim Einkaufen, was darin begründet liegt, dass wir als junge Eltern im Supermarkt nicht sagen konnten, welche Produkte für unsere Kinder gesund sind und welche nicht. Wir hätten uns in dieser Situation auch einfach selber schlau machen können und es dabei belassen können, anstatt Unmengen von Zeit und Geld in die Entwicklung einer App für jedermann zu investieren. Ehrlich gesagt haben wir nie darüber nachgedacht, ob unsere App eine Form von Solidarität sei, aber wir wollten einfach nicht, dass unsere Kinder zukünftig in der gleichen unwissenden Situation wie wir sein müssen. Letztlich möchten wir durch unseren Einsatz die Welt dahingehend verbessern, dass jeder Mensch später genau verstehen kann, welche Produkte für ihn*sie gesund oder ungesund sind. Zudem hoffen wir, dass dadurch auch wirklich ungesunde Produkte ganz aus den Regalen verschwinden, denn leider gibt es legal noch immer sehr viele - teils hochgiftige - Inhaltsstoffe in unseren Produkten, die dort leider auch legal drin sein dürfen.

In der harten Realität haben wir dann bei der Realisierung unseres Projekts jedenfalls erfahren, dass wir es nur dann realisieren können, wenn wir stets auf unsere Werte sowie auch Ziele fokussiert bleiben und uns nicht von vermeintlichen Rückschlägen beeinflussen lassen. Zu Beginn unserer Reise war es hinsichtlich unserer Werte für uns neben dem offensichtlichen Mangel an Geld vor allem auch wichtig, dass wir und unsere Geschäftspartner uns gegenseitig vertrauen können und auch solidarisch unterstützen werden. Zwar haben wir uns gewünscht, nur mit Startups zusammenzuarbeiten, jedoch zum Wohl unseres Projekts etablierte Geschäftspartner mit einbezogen, bei denen wir ebenfalls das Gefühl hatten, dass für sie Vertrauen und Solidarität wichtige Werte sind. Hinsichtlich der Programmierung unserer App arbeiten wir z.B. mit einem Startup zusammen, das nicht nur mit vielen Personalwechseln, sondern auch Tragödien in der Coronapandemie zu kämpfen hatte, was beides unser eigenes Projekt stark verzögert hat. In solchen Situationen gilt es aus unserer Sicht genauso solidarisch zu sein, wie man es von seinem Geschäftspartner ebenfalls wünscht oder auch bereits anderweitig erfahren hat.

Wir möchten aufgrund unserer Erfahrungen alle ermutigen, nicht nur im Alltag solidarisch zu denken und zu handeln, sondern auch im größeren Rahmen und im harten Geschäftsleben.“

Eine zweite Perspektive eröffnen unsere Alumni Buzzard, ein Journalismus-Startup aus Berlin. Es bündelt Medienstimmen eines breiten Meinungsspektrums in einer App und ordnet diese journalistisch ein (unparteiisch, transparent und werbefrei). Doch was bedeutet „Solidarität“ für das Team von Buzzard? Wir haben sie gefragt, in welchen Bereichen ihrer Unternehmenskultur es Berührungspunkte gibt und welche Beobachtungen sie in ihrer Branche machen:

„Solidarität bedeutet für uns, sich gemeinsam für eine Sache stark zu machen, die allen in der Gesellschaft dient und nicht nur den eigenen Interessen. Das ist gerade jetzt während der Pandemie wichtig für viele Branchen. Für die Kreativwirtschaft, im Gesundheitssektor und natürlich auch im Journalismus ist Solidarität gerade in diesen Zeiten essentiell. Werbefreier, verlagsunabhängiger Journalismus, der Allen in der Gesellschaft dient, der Menschen hilft sich am täglichen Wust von Informationen verlässlich zu informieren, kann nur existieren, wenn es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen, voranschreiten und unabhängige journalistische Projekte durch finanzielle und ideelle Unterstützung möglich machen. Und auch die gesellschaftliche Spaltung, die während Corona überall sichtbar wird, können wir nur durch Solidarität überwinden. Konstruktive Lösungen für die Zukunft finden wir nicht in unserer Filterblase, sondern nur im gemeinsamen Austausch mit Anderen. Im gemeinsamen Einsatz für Dinge, die uns alle betreffen. In unserer Branche, im Journalismus, wandelt sich hier einiges: Zum einen gibt es immer Menschen, die verstehen, dass es wichtig ist, Journalismus, der allen in der Gesellschaft dient, möglich zu machen. Zum anderen gibt es immer mehr Projekte in Deutschland, die auf diesen Gedanken der Solidarität aufbauen. Zum Beispiel Krautreporter, Perspective Daily, The Correspondent, Social Media Watchblog und Buzzard.”

Du bist nicht allein, sondern Teil einer Community!

Das ist eine zentrale Botschaft von Brückensteine Careleaver, einer Collective Impact Initiative, die durch Social Impact koordiniert wird. Solidarität und enge Zusammenarbeit spielen für die Brückensteine eine zentrale Rolle. Denn sie setzen sich gemeinsam für Chancengerechtigkeit und faire Startbedingungen von jungen Menschen ein, die einen Teil ihres Lebens in stationärer Jugendhilfe verbracht haben und am Übergang in ein eigenständiges Leben stehen. In der Initiative sind acht Brückensteinpartner, zahlreiche Netzwerkpartner und Förderer sowie über 70 Ehrenamtliche aktiv, von denen nahezu 50 Personen selbst Careleaver sind, die sich solidarisch für ihre Community engagieren. "So sind Careleaver z.B. intensiv an der digitalen Entwicklung einer Careleaver-App beteiligt, auf der sie sich auf direkter Weise solidarisch gegenseitig unterstützen und beraten können. Noch gibt es leider sehr viele Hürden, die Careleaver ohne Rückhalt und ausreichende staatliche Unterstützung meistern müssen. Gerade deshalb ist eine solidarische Community so wichtig: Weil Eigenständigkeit nicht heißt, allein gelassen zu werden.“, so das Team von Brückensteine Careleaver.

Solidarität im Team heißt für uns auf die individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen unserer Teilnehmer*innen und Kollegen*innen einzugehen, ob beruflich oder privat. Unser liebes Team vom Social Impact Lab Stuttgart rundet heute unseren letzten Themenmonat 2020 ab: "In einem Team bringt jeder seine Fähigkeiten, Vorlieben und Stärken mit, aber auch immer seine ganz persönliche Herausforderungen und Probleme - Als Team Wert daraufzulegen und das alles mitzudenken auch wenn es manchmal Mehrarbeit bedeutet, schweißt uns als Team zusammen. Sei es flexibles Arbeiten beim Homeschooling während des Lockdowns, Unterstützung bei der persönlichen beruflichen Weiterentwicklung oder bei der Suche nach dem passenden Geburtstagsgeschenk für die Frau - all das auch im Team teilen zu dürfen ist Gold wert und gelebte Solidarität!"

Wir bedanken uns für das tatkräftige Engagement in einem herausfordernden Jahr, die Visionäre, die Weltverbesserer und unsere lieben Kolleg*innen für Eure Arbeit! Wir wünschen Euch viel Kraft, Erholung und liebevolle Momente mit Euren Lieben und einen guten Start in ein neues Jahr.

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Wir sind Social Impact.

Wir haben die Vision einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft von morgen. Deshalb entwickeln wir Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Fragen der Migration und Integration, Rechtspopulismus oder Stadt-Land-Gefälle. Unser Blog gibt euch Einblicke in unsere Arbeit, in die Erfolge unserer (Social) Startups und hinter die Kulissen. Er zeigt, was uns wichtig ist. Wirft Fragen auf. Gibt Antworten. Unterhält. Und inspiriert. Viel Spass beim Lesen!