Wir haben die Vision einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft von morgen. Deshalb entwickeln wir Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Fragen der Migration und Integration, Rechtspopulismus oder Stadt-Land-Gefälle. Unser Blog gibt euch Einblicke in unsere Arbeit, in die Erfolge unserer (Social) Startups und hinter die Kulissen. Er zeigt, was uns wichtig ist. Wirft Fragen auf. Gibt Antworten. Unterhält. Und inspiriert. Viel Spaß beim Lesen!
Montag, 11. November 2024
Die SIGU-Plattform hat sich in ihrem neuen Magazin auch ganz grundsätzlich und alltagstauglich mit der Frage auseinandergesetzt „Was sind Soziale Innovationen?“
Soziale Innovationen sind gar nicht so abstrakt wie sie klingen: Sie stellen sich aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Gegebenheiten. Sie entwickeln praktische, umsetzbare und nachhaltige Lösungen. Dies können neue Prozesse, Verfahren oder Verhaltens- und Handlungsmuster sein. Wenn diese in weiten Teilen der Gesellschaft angenommen werden und sich durchgesetzt haben, sprechen wir von Sozialen Innovationen.
Bekannte und seit langem etablierte Soziale Innovationen sind beispielsweise die Einführung von Kindergärten, die Sozialversicherung oder das Modell der Genossenschaften, die Wohnraum und/oder Ressourcen teilen. Soziale Innovationen stellen also konkret die Frage: Wie wollen wir zusammenleben und was können wir im Jetzt verbessern, um unsere Zukunft sozialer und nachhaltiger zu gestalten?

Wer Soziale Innovationen hervorbringen und umsetzen kann, ist unterschiedlich. Denkt man zum Beispiel an die Verbreitung von Homeoffice, ist es keiner Einzelperson oder Organisation zuzuschreiben, sondern durch die äußeren Umstände veranlasst und mittlerweile zum Standard in vielen Firmen geworden. Grundsätzlich gilt, dass jede:r mit einer guten Idee, gewissen Ressourcen oder einer Förderung und einem Netzwerk, Soziale Innovationen entwickeln und bestenfalls etablieren kann. Oftmals werden sie allerdings mit Social Entrepreneurs, Startups, gemeinnützigen und gemeinwohlorientierten Organisationen/Vereinen/Unternehmen sowie Hochschulen in Verbindung gebracht.
Verschiedene Branchen werden von Sozialen Innovationen bereichert. Aktuell sind Soziale Innovationen vor allem im sozialen Sektor, wie in der Bildung, Migration und Pflege, beheimatet. Manche der Praktiken wachsen sogar branchenübergreifend. Ein Beispiel hierfür ist die erwähnte Sharing-Kultur. Aus dem Wunsch heraus, Ressourcen zu schonen und effizienter zu nutzen, Geld zu sparen und dem Überkonsum entgegenzuwirken, verbreitet sich die neue (alte) Praxis des Teilens immer mehr.
Im Verkehr in Form von Carsharing, im Lebensmittelbereich beim Foodsharing und bei Kleidung durch den Kleidertausch. Es entwickeln sich neue Wohnformen, in denen das Teilen wichtiger Bestandteil ist und es neben der eigenen Wohnung gemeinsam genutzte Räume und Geräte zum Waschen, Handwerkern oder Gärtnern gibt. Um die eigene Nachbarschaft näher kennenzulernen, erleichtern Online-Netzwerke wie nebenan.de das Vernetzen und Tauschen und stärken damit das Gemeinschaftsgefühl im jeweiligen Kiez. In Restaurants und Cafés unterstützt das Sharing-Prinzip die Vermeidung von Müll. Leihgeschirr und Becher, die deutschlandweit eintauschbar sind, ersetzen Einwegplastik und Pappbecher.
Die Beispiele zeigen, wie vielseitig, wertvoll und wichtig Soziale Innovationen in unserer Gesellschaft bereits sind und sein können. Sie regen zum Reflektieren und Umdenken an. Bestenfalls führen sie dazu, eigene (schlechte) Angewohnheiten anzupassen und/oder nachhaltige Wege zu suchen, um gesellschaftliche Probleme zu lösen. Richtig und bundesweit eingesetzt, bergen sie großes finanzielles Potenzial und einen unschätzbaren gesellschaftlichen Wert.
Text: Sabine Kunze
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