Wir haben die Vision einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft von morgen. Deshalb entwickeln wir Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Fragen der Migration und Integration, Rechtspopulismus oder Stadt-Land-Gefälle. Unser Blog gibt euch Einblicke in unsere Arbeit, in die Erfolge unserer (Social) Startups und hinter die Kulissen. Er zeigt, was uns wichtig ist. Wirft Fragen auf. Gibt Antworten. Unterhält. Und inspiriert. Viel Spaß beim Lesen!
Mittwoch, 10. Dezember 2025
Mit dem Programm „Teilhabe Schaffen – Social Startup Pitch“ hat die Fritz Henkel Stiftung 2024 in Zusammenarbeit mit Social Impact ein deutliches Zeichen gesetzt:
Kulturelle Bildung ist ein Schlüssel zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe, und soziale Projekte brauchen gezielte Unterstützung, um ihre Wirkung nachhaltig entfalten zu können. Der jetzt veröffentlichte Wirkungsbericht zeigt, wie das Programm genau das ermöglicht hat.
Ein Programm, das Türen öffnet
„Teilhabe Schaffen“ startete mit einer klaren Überzeugung: Kulturelle Teilhabe schafft Begegnungen, stärkt Gemeinschaft und eröffnet neue Perspektiven. Doch viele Projekte, die genau das leisten, stoßen in der Praxis durch fehlende Sichtbarkeit, begrenzte Mittel oder mangelnde strategische Begleitung an Grenzen. Genau hier setzt „Teilhabe schaffen“ an. Acht Social Startups sowie soziale Organisationen und Projekte erhielten 2024 über mehrere Monate hinweg professionelle Unterstützung, um ihre Angebote weiterzuentwickeln, Herausforderungen strategisch zu lösen und dadurch langfristiger wirksam zu werden.
Zudem stellte die Fritz Henkel Stiftung auch in diesem 2. Programmdurchlauf insgesamt 100.000 € Preisgelder bereit, die den Teams nachhaltig neue Handlungsspielräume eröffneten.
Hier geht es zum Wirkungsbericht

Professionelle Begleitung als Katalysator
Der Wirkungsbericht zeigt, wie entscheidend die Kombination aus Workshops, individuellem Coaching und Vernetzung für die Teilnehmenden war: In Workshops vertieften die Teams ihr Wissen zu Finanzierung, Wirkungsmessung, Kommunikation und Organisationsentwicklung. In Coachings wurden individuelle Fragestellungen analysiert – von strategischen Entscheidungen über Zielgruppenansprache bis hin zur Ausarbeitung klarer Wirkungslogiken. Die Sichtbarkeit und Bühnenpräsenz beim Pitch und die Möglichkeiten für Networking im Anschluss stärkten das Selbstbewusstsein der Teams und machte deutlich, dass ihre Themen ein Spotlight verdienen. Diese Mischung in Kombination mit dem Austausch untereinander führte nicht nur zu besseren Präsentationen für den Pitch, sie stärkte auch die Projekte insgesamt in ihrer Struktur und Wirkungskraft.
Der große Moment: Das Pitch-Event in Düsseldorf
Höhepunkt des Programms war der finale Pitch am 3. Dezember 2024 in Düsseldorf. Hier präsentierten die Teams ihre entwickelten Ideen und Konzepte vor Publikum und Jury, die drei der vier Preise vergab. Der Publikumspreis wurde vorab online durch die Community gewählt. Im Wirkungsbericht wird deutlich, dass das Pitch-Format nicht nur eine Präsentationsplattform war, sondern für die Projekte einen Schub in puncto Sichtbarkeit und Selbstbewusstsein bewirkte, während die mit den Platzierungen verbundene finanzielle Unterstützung es den prämierten Projekten ermöglichte, die nächsten Schritte direkt anzugehen und ihre Wirkung weiter auszubauen.
⏩ WIE DER PREISGEWINN DIE VIER TEAMS GESTÄRKT HAT
Spoken Word Akademie – 1. Platz
Die Spoken Word Akademie stärkt Jugendliche in Brandenburg, Sachsen und Ostberlin durch kreative Sprachbildung und Bühnenpoesie – oft in Regionen, die von Rechtsextremismus und kultureller Leere geprägt sind.
Der Preisgewinn wirkte wie ein dringend benötigtes „Peace of Mind“ und gab dem kleinen Team erstmals echte Planungssicherheit. Dadurch konnte die Akademie mutiger werden und neue Formate entwickeln. Das Preisgeld ermöglichte die Bezahlung des Kernteams, Investitionen in Technik, den Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit und die Erstellung neuer Lehrmaterialien, sodass durch Workshops und Camps rund 400 Jugendliche erreicht werden konnten. Zudem entstanden neue Kooperationen, internationale Partnerschaften und strukturelle Verankerungen, die ohne den Preis kaum möglich gewesen wären.
ArtAsyl – 2. Platz
ArtAsyl ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationserfahrung Teilhabe über verschiedene Kunst- und Kulturprojekte. Für die nahe Zukunft plant der Verein ein Zentrum für postmigrantische kulturelle Bildung in Köln.
Für ArtAsyl war der Preisgewinn ein strategischer Wendepunkt: Er ermöglichte den Wechsel vom reaktiven Projektalltag hin zu einem langfristigen strukturellen Aufbau. Der Verein konnte zentrale Entwicklungsschritte angehen, u.a. das Aufnahmeverfahren beim Paritätischen Wohlfahrtsverband und die Anerkennung als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Mit den Jugendlaboren entstand ein neues Beteiligungsformat, das Jugendliche aktiv an der Planung des künftigen Zentrums mitwirken lässt. Das Preisgeld war entscheidend, um diese Schritte finanziell und organisatorisch überhaupt leisten zu können.
Much Cooler Than Yours – 3. Platz
Much Cooler Than Yours entwickelt Formate, die den Dialog zwischen migrantischen Müttern und Töchtern stärken und einen positiven Narrativwandel über Migration fördern.
Der Preisgewinn gab dem Team die Freiheit, über kurzfristige Förderlogiken hinauszugehen und strategisch neu zu denken. Dadurch entstand der konzeptionelle Shift von Konsumformaten wie Videos und Booklets hin zu echten Begegnungsformaten, die Gespräche und Bindung zwischen Generationen ermöglichen. Die 1:1-Coachings halfen, Vision und Botschaft zu schärfen, während das Preisgeld die Weiterentwicklung der My Migrant Mama Awards ermöglichte, die für 2026 als professionelles, öffentliches Leuchtturm-Event geplant werden. Insgesamt stärkte der Preis die Strukturen, Resilienz und Wirkungstiefe des Projekts nachhaltig.
Give Something Back to Berlin – Publikumspreis
Give Something Back to Berlin – seit Dezember 2025 Umbenennung in “Hejmo” – verbindet Geflüchtete, Migrant:innen und Locals durch gemeinsame Kultur- und Musikangebote wie z.B. die Open Music School.
Der Preis ermöglichte es GSBTB / Hejmo, die neuen barrierefreien Projekträume hochwertig einzurichten und so die Open Music School räumlich wie qualitativ auf ein neues Niveau zu heben. Die Investitionen verbesserten Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und Unterrichtsqualität deutlich. Dadurch konnten neue Zielgruppen angesprochen, zusätzliche Musikangebote entwickelt und die Open Music Nights gestärkt werden. Über das Preisgeld hinaus wirkte die mediale Begleitung sowie das Pitch-Networking als Hebel für mehr Öffentlichkeit und kulturelle Verankerung. Der Preis kam genau zum richtigen Moment – kurz vor der langfristigen Perspektive eines genossenschaftlichen Gemeinschaftshauses.
Ein Blick nach vorn
Mit „Teilhabe Schaffen“ hat die Fritz Henkel Stiftung 2024 ein Umfeld geschaffen, in dem soziale Organisationen wachsen, wirken und einander unterstützen können. Der Wirkungsbericht zeigt eindrucksvoll, wie viel Bewegung das Programm ermöglicht hat – und gleichzeitig, wie viel Potenzial weiterhin darin steckt. Denn die Ergebnisse von 2024 und die Weiterentwicklung der Projekte durch die Auszeichnungen und Preisgelder sind ein ermutigender Anfang. Zugleich können sie eine Einladung an weitere fördernde Akteure sein, kulturelle Teilhabe weiter zu stärken und so gemeinsam an einer inklusiven Gesellschaft zu arbeiten, in der jede Stimme gehört wird!
Den ganzen Wirkungsbericht kannst du hier lesen.
