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Würden wir so weiter machen wie bisher…

Mittwoch, 28. April 2021

…bräuchten wir allein in Deutschland 2,5 zusätzliche Planeten.

 

Nachhaltigkeit. Eine echte „Keule“ an Facettenreichtum und Handlungsspielraum für jeden von uns. Ob um seinen persönlichen, ökologischen Fußabdruck zu verbessern oder Impact im größeren Stil zu leisten. Und das ist wichtig und gut so!

Wie ökologische Ressourcenschonung funktioniert, wurde schon im frühen achtzehnten Jahrhundert anhand einer klaren Definition nach Carlowitz beschrieben: „Holze nur so viel ab, wie in gleicher Zeit nachwachsen kann.“. Den Earth Overshoot Day erreichen wir, mehrere hunderte Jahre später, am 22.August. Ab dann leben wir auf ökologischem Pump. Immerhin können laut WWF durch die Corona-Pandemie drei Wochen gewonnen werden, so haben wir doch im Jahr 2020 während einiger Lockdowns und Stillstand bei Holz- und Emissionsverbrauch gespart (insgesamt ca. 23% im Vergleich zu 2019).

Also drängen uns globale, soziale und gesellschaftliche Probleme und motivieren glücklicherweise immer mehr junge Menschen, nachhaltig-innovativ zu gründen. Nachhaltig gründen verspricht neben zahlreichen positiven Effekten für Umwelt, Tier und Gesellschaft auch enorme wirtschaftliche Vorteile. Im Jahr 2019 konnten beispielhaft durch regionale Produkte 31,5 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erwirtschaftet werden. Für Unternehmer*innen gehen zudem zahlreiche Kostensenkungen durch optimierte Ressourcen- und Energieeffizienz bei der Herstellung von langlebigen Produkten einher und nicht zuletzt identifizieren sich Mitarbeiter*innen heute längst mehr mit einer vielfältigen und nachhaltigen Unternehmenskultur. Auch Green IT ist spätestens durch die 2008 gestartete Green IT-Initiative des BMUs eine von vielen nennenswerten Bewegungen.

In den bundesweit etablierten Social Impact Labs erhalten seit 2010 gezielt Social Entrepreneure im Rahmen von Stipendienprogrammen Unterstützung bei der Überführung ihrer sozialinnovativen Idee in nachhaltig wirtschaftende Sozialunternehmen. Insgesamt konnten bis heute über 600 Social Startup Teams gefördert werden. Zu den bekanntesten zählen Soulbottles , Original Unverpackt oder „ zum Wohle Aller“: Quartiermeister.

Nicht zuletzt versuchen wir durch die Begleitung und Förderung über unser Global Goals Lab, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 aktiv mit anzusteuern. Den Podcast über die Wirkungsfonds Preisverleihung im Rahmen des Global Goals Lab könnt ihr euch hier anhören.

Der Zuwachs an wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltig-orientierten Entrepreneur*innen ist auch in der Potsdamer Gründungswerkstatt „Enterprise“ stark zu verzeichnen. So konnten wir allein in den letzten fünf Monaten mit rund 90 % aller neuen Projektteilnehmer*innen direkten und auch indirekten Zusammenhang zu nachhaltigen Businessmodellen sehen.

Doch was motiviert jeden Einzelnen persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich, seinem Business nachhaltig Leben einzuhauchen?

Wir stellen euch ein paar von ihnen vor. Viel Spaß!

„Die Naturfamilie“

Gründungsvorhaben: Ein künstlerisches Kurzfilmprojekt von Elisa, Sandra und Silva.

Worum geht’s?

Elisa & Sandra: „In unseren Filmen begleiten die Zuschauer uns dabei, wie wir brachliegende Wiesen in blühende, paradiesische Permakultur-Waldgärten verwandeln und erhalten so Inspirationen, wie nachhaltiges ländliches Leben aussehen kann.“

Sandra, Projektleitung: „Ich führte lange Zeit einen klassisch städtischen Lebensstil, ohne jeden Naturbezug. Die Geburt meines ersten Kindes ließ mich mein Leben grundlegend überdenken. Seefahrt, Computerspiele und Kinoabende ersetzte ich nach und nach durch Gartenarbeit, Handwerk und Draußen-Spielzeit mit meinen Kindern. Jetzt lebe ich jeden Tag beseelt und sinnerfüllt.“

Elisa, Werbung: „Nach der Schule führte mich mein Weg nach Skandinavien, wo ich auf einem wunderschönen Hof das Gärtnern lieben gelernt habe und eine Ausbildung zur biodynamischen Gärtnerin absolvieren durfte. Das war nach 20 Jahren Stadtleben der Wegbereiter für mein jetziges Sein.“

Wir wünschen uns durch unser Wirken andere Menschen darin zu bestärken, sich wieder mehr der Natur zuzuwenden. So leisten wir jeden Tag einen kleinen Beitrag für unsere Erde.

Ab 15. Mai könnt ihr auf www.naturfamilie.org den ersten Trailer ansehen und in unsere blumige Gartenwelt eintauchen!

Pitch Beratung mit innovativen Think Tank

Gründungsvorhaben: Pitch Beratung von Vasili Schewelow mit innovativen Think Tank – das Ziel ist es, kommunikative Missverständnisse in und zwischen Unternehmen zu lösen und Unternehmer*innen dabei zu unterstützen, Botschaften klar, strukturiert und visuell überzeugend darzustellen, um Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Warum ist eure Innovation nachhaltig ausgerichtet und wie genau sieht diese aus?

Vasili: "Nachhaltigkeit im Business ist ein weit verbreiteter Begriff. Für mich ist Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil dieser Nachhaltigkeit. Oft ist das Problem, dass die kommunikativen Abläufe nicht strukturiert implementiert sind und deshalb Missverständnisse und Unstimmigkeiten entstehen. Insbesondere kommt es zum Vorschein, wenn unterschiedliche Branchen aufeinandertreffen. Oft betrifft es die Vertreter aus Technologie und Wissenschaft. Komplexe Prozesse sind für Vertreter der eigenen Branche klar und nachvollziehbar, für Unwissende stellen sie jedoch ein Rätsel dar."

Was sind aus deiner Sicht weitere, spannende Aspekte, die du im Kontext "nachhaltiges Business" nennen und unterstützen möchtest?

Vasili: "Mithilfe von Beratungsleistungen, Workshops im Think Tank-Format und Visualisierungen komplexer Prozesse wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass Menschen und Unternehmen es schaffen, Botschaften auf den Punkt zu bringen und keinen Raum für Missverständnisse zu lassen. Für uns ist das Thema alltagstauglich und relevant. Denn Kommunikation ist ein wichtiges Werkzeug im Berufsalltag und wir sehen uns als Mentoren und Wegbegleiter auf dem Weg zum kommunikativen Erfolg. Klare Kommunikation schafft Raum für Verständnis und dadurch auch für Vertrauen – in neue Methoden, neue Technologien, in den Fortschritt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit sind für uns die Menschen. Agile Arbeitsmethoden, die Mitarbeitern ermöglichen, Leben und Beruf im Einklang zu vereinen, sind für uns das A und O. Wir glauben daran, dass Menschen die wichtigste Ressource für Innovationen sind. Deshalb möchten wir eine Arbeitskultur voller Empathie, klarer Kommunikation und persönlicher Wachstumsmöglichkeiten ermöglichen."

Vermittlungsgeschäft Photovoltaikanlagen

Gründungsvorhaben: Vermittlungsgeschäft Photovoltaikanlagen von Sandra Rust.

Warum findest du dieses Thema spannend?

Sandra: "Schon als Kind fand ich höchst spannend, dass wir unser Warmwasser im Haus durch Solarthermie bezogen. Da habe ich wohl schon einiges von meinen Eltern mitbekommen zum Thema Effizienz und Nachhaltigkeit. Ich selbst kam allerdings erst so richtig auf den Trichter, als sich mir die Möglichkeit bot, mit HelioSolar zusammen zu arbeiten. Im Endeffekt geht es doch immer um das Thema Mehrwert: „Was kann ich der Gesellschaft liefern bzw. Wie kann ich meinen Beitrag leisten?“ Und hier ging es dann vor allem nicht nur darum, dem Klimawandel entgegenzuwirken, sondern dem Kunden mit liquiden Mitteln einen deutlichen Mehrwert zu liefern und somit die Wirtschaft CO2-neutral zu stärken. Wie kann man sich da nicht für Solarenergie begeistern?"

Was genau möchtest du verändern?

Sandra: "Ich möchte den Unternehmen in Deutschland zeigen, wie einfach und lukrativ es ist, sich klimaeffizient aufzustellen. Ohne großen Aufwand oder Eigeninvestition. Und neben den eigenen super Vorteilen, spielend leicht und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes zu tun. Langfristig habe ich den großen Traum, die ganzen ungenutzten kommunalen Dachflächen, wie Schulen, mit Solaranlagen auszustatten. „Fridays For Future“ hat mich inspiriert. Ich hatte mich bei jede*r einzelnen Demo an meiner Wohnung vorbei gefragt, wie man der Umwelt helfen könne, ohne dafür auf die Straße gehen zu müssen. In meinen Augen sind Solarzellen auch nicht DIE Lösung für all unsere Probleme. Sie sind aber ein Teil der nachhaltigeren Energiegenerierung, mit der wir langfristig die CO2-Emissionen vermindern werden und die Welt „enkelfähiger“ gestalten können."

Nachhaltigkeit. Für uns kein Trend. Und für dich?

Sandra: "Nachhaltigkeit ist längst kein Trendwort mehr. Es wird für Unternehmer*innen zur „Pflichtausstattung“, damit man sich wirklich am Markt halten kann. Nachhaltigkeit bedeutet für Unternehmen, die Natur zu schonen, jedoch auch effizienter mit den eigenen Ressourcen umzugehen. Dies bedeutet wiederum mehr Gewinn, also eine bessere Wirtschaftlichkeit. Nicht nur Altruismus ist Thema, viel mehr geht es um gesunden Egoismus."

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Wir sind Social Impact.

Wir haben die Vision einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft von morgen. Deshalb entwickeln wir Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Fragen der Migration und Integration, Rechtspopulismus oder Stadt-Land-Gefälle. Unser Blog gibt euch Einblicke in unsere Arbeit, in die Erfolge unserer (Social) Startups und hinter die Kulissen. Er zeigt, was uns wichtig ist. Wirft Fragen auf. Gibt Antworten. Unterhält. Und inspiriert. Viel Spass beim Lesen!