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OUTO Changemaker 2025 - Mother’s Nature

Mother’s Nature schafft Raum für BIPoC-Mütter und ihre Kinder, gemeinsam Natur zu erleben, sich zu stärken und zu vernetzen – mitten im Stadtwald.

OUTO Changemaker 2025 - Mother’s Nature
  1. 1. Was bietet ihr an?

  2. Mother’s Nature bietet BIPoC -hier vorrangig Müttern und Kindern (Altersspanne Kindergarten bis ins Jugendalter)- die Möglichkeit an Zeit im Wald zu verbringen. Den Kindern wird ein Kreativraum geboten, um sich künstlerisch und gestalterisch in der Natur zu entfalten. Dabei erlernen sie wie von selbst das Handwerk des Schnitzens, Outdoorkochens, Gärtnern, Malen mit Naturmaterialen uvm. Währenddessen nutzen Mütter die Gelegenheit Sport im Wald zu treiben.
  3. Das geht vom Radfahren übers Joggen, Wandern oder einfach Spazieren. Die nahegelegenen Weiher bieten Zeit und Ort der Ruhe und Klarheit. Teil des Teams sind meine Familie und ich, deren Wurzeln im Iran liegen. Die Community spricht bereits Familien mit Wurzeln in Eritrea, Äthiopien, Kenia, der Türkei, sowie Marokko und Tunesien an.Im Sommer wird ein Zeltlager in einer Waldlichtung angeboten. Mitten im Stadtwald.

2. Wieso habt ihr eure Organisation oder Initiative ins Leben gerufen?

Persönlich treibt mich an gerade Kindern den Weg in die Natur zu eröffnen und die vielen Möglichkeiten der Entwicklung und Persönlichkeitsentfaltung aufzuzeigen. Mit der Ganztagsschulbetreuung und der Digitalisierung haben Kinder nur noch eine begrenzte Zeit, die sie draußen verbringen. Getrieben vom Schulkurrikulum und Leistung werden dringend Zeitfenster der Ruhe und Entspannung in einem natürlichen Setting benötigt. Da deren Mütter aber -ihrer Natur nach- von einer schier endlosen Liste an Aufgaben getrieben sind (Job, Haushalt, Kinderbetreuung, Förderung, Erziehung, Gesundheit, Familienführung) bleibt ihnen selbst kaum die Gelegenheit zur Ruhe zu kommen und sich um sich selbst zu kümmern, zum Beispiel Sport zu treiben. Daher mein persönlicher Wunsch Müttern diese freie Zeit zu verschaffen, in der sie ihre mentalen Pflichten beiseiteschaffen können und ihre Kinder in guter Betreuung in der Natur wissen.

3. Was wollt ihr mit eurer Organisation oder Idee erreichen?

Die Effekte von regelmäßigen Naturaufenthalten und Sport sind nicht von der Hand zu weisen: Mehr Ausgeglichenheit, Stärkung des Immunsystems, besserer Schlaf, höhere Konzentration, mehr Motivation im Allgemeinen. Ein weiterer Antrieb ist der „Community-Faktor“. Das Vernetzen von BIPoC -Mütter und deren Kindern- in einem Naturraum verschafft Anreize sich zusammen zu organisieren und zu unterstützen, sodass der Alltag für alle besser zu koordinieren ist und mehr Freiräume schafft. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen.“

4. Was bedeutet für euch eine gerechtere Outdoor-Szene?

Frankfurt ist bunt – in der Stadt sind über 178 Nationalitäten und Kulturen ansässig und leben und lernen und lachen und leiden nebeneinander. Diese Vielfalt gehört auch in den kostenlos nutzbaren Stadtwald.

5. Warum müssen wir die Natur für BIPoC zugänglicher machen?

Gerade BIPoC Kinder wachsen mittlerweile in zweiter oder dritter Generation in Deutschland auf und orientieren sich an ihrem Elternhaushalt. Wenn die Eltern aber zum Naturraum keinen Bezug haben oder diesen nicht regelmäßig selbst nutzen, kann in der nächsten Generation keine Verbindung zur Natur hergestellt werden. Es gilt beide Generationen durch ein Projekt anzusprechen. Hier: Mütter und Kinder. So verliert das Konstrukt „Camping“ oder „Wandern“ seine Fremdheit und kann auch durch die Mütter als positiv wertschöpfend an die Kinder weitergegeben werden.

6. Was wünscht ihr euch konkret von der Outdoor-Community und Gesellschaft, um echte Teilhabe und sichere Räume für BIPoC zu ermöglichen?

Jede Gemeinschaft tendiert auch gleichzeitig zum Ausschluss. Es ist nicht sinnvoll den Naturraum nun zwanghaft für sich zu „erobern“. Es soll als alternativer Ort der Ruhe, der Gemeinschaft und des Sports offenstehen und einladen es auch einmal für sich zu entdecken und etwas Neues auszuprobieren. Nur wenn man etwas anbietet und selbst vorlebt, kann der Funke überspringen. Unsere Leidenschaft darf ansteckend wirken, soll aber nicht einfordern. Das wäre mein Wunsch an die Outdoor-Community.

7. Welche (Outdoor-)Vorbilder oder Bewegungen haben euch inspiriert?

Das Leben der Öko-Aktivistin Vandana Shiva hat mich fasziniert und ihre Einstellung zur Natur und Ernährung begeistern mich bis heute. Streng genommen ist sie keine Outdoor-Bewegung im Sinne des Sports. Doch in ihrer Kindheit wuchs sie in den Wäldern des Himalaya auf und begleitete ihren Vater oft bei der Arbeit als Waldhüter. Ihre Verbindung zur Natur treibt sie heute an gegen die großen Monsantos und Nestles der Welt vorzugehen, um ein naturorientiertes und gesundes Leben im Einklang mit der Natur einzufordern. Bemerkenswert.

8. Was erhofft ihr euch vom OUTO Changemaker Programm?

Ich hoffe sehr auf die Unterstützung und Vernetzung mit bereits bestehenden Projekten und künftigen. Denn die Outdoor Community soll wachsen und Ausstrahlungswirkung auf alle noch kommenden Projekte entfalten.

9. Was motiviert euch gerade besonders an der Teilnahme des OUTO Changemaker Programms?

Meine Leidenschaft für ein naturnahes Aufwachsen von Kindern mit vielen weiteren Müttern und deren Kindern zu teilen. Ich erlebe oft, dass Freundinnen, die mich mit ihren Kindern im Wald besuchen, nach einem ganzen Tag überrascht bemerken, wie entspannt und selbstbestimmt die Kinder sich im Garten und Waldgrundstück zu beschäftigen wussten und kreativ wurden. Meist fallen die Worte: Ein kleines „Bullerbü“ oder wie im „Paradies“ und sie kommen gerne wieder.

10. Was würdet ihr anderen mitgeben, die sich für eine inklusivere Outdoor-Szene einsetzen möchten?

Einfach machen! Politiker sagen viel und tun wenig. Seid aktivistischer: Sagt weniger und handelt dafür mehr!

11. Vervollständigt den Satz: Die Natur bedeutet für mich...

Persönlichkeitsentwicklung. Man ist nach einem Tag da draußen nicht mehr derselbe Mensch. Man wächst innerlich und äußerlich. Muskelmasse und Kreativmasse nehmen mit zunehmender Zeit im Wald exponentiell zu. Ausprobieren lohnt. 😊

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