The Sisterhood Munich schafft sichere Räume für Schwarze Frauen und FLINTA-Personen in München. Mit regelmäßigen „Black Women Get Togethers“ fördern sie Austausch, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung. Ob beim Spaziergang, Picknick oder Outdoor-Brunch – hier entsteht eine Community, die stärkt, inspiriert und zeigt: Wir gehören nach draußen.
1. Was bietet ihr an?
The Sisterhood Munich ist eine Initiative für schwarze Frauen/FLINTA Personen in
München. Wir organisieren dabei sogenannte „Black Women Get Togethers“ in
denen sich Teilnehmende austauschen, vernetzen und gegenseitig supporten
können. Damit schaaen wir einen Safer Space.
2. Wieso habt ihr eure Organisation oder Initiative ins Leben gerufen?
Als schwarze Frauen erleben wir Sexismus und Rassismus zugleich. Diese
Erfahrung wird in weißdominierten oder männerdominierten Räumen nicht
aufgefangen bzw. thematisiert. Uns war es wichtig in unserer gemeinsamen
Erfahrung zusammenzukommen und als Community Kraft zu schöpfen im
gegenseitigen Austausch und gegenseitiger Unterstützung.
3. Was wollt ihr mit eurer Organisation oder Idee erreichen?
Wir möchten zum einen unsere Community stärken und vernetzen, indem man
sich begegnen kann. Die Idee hinter Sisterhood steckt bereits im Namen, denn es
soll ein familiäres Verhältnis zwischen den Teilnehmenden entstehen. Somit liegt
der Fokus darauf einen positiven sozialen und mentalen Einfluss für die
Teilnehmerinnen zu schaaen, indem sie eine Gemeinschaft finden, in der sie sich
nicht erklären müssen. Im gesellschaftlichen Kontext betrachtet geht es uns
darum als Zusammenschluss schwarzer Frauen, für die Sichtbarkeit unserer
Erfahrungen und Interessen einzustehen.
4. Was bedeutet für euch eine gerechtere Outdoor-Szene?
Eine gerechte Outdoor-Szene ist ein Umfeld, in dem der Zugang zu Outdoor-
Aktivitäten so niedrigschwellig wie möglich gestaltet wird. Wir sind der Meinung,
dass Outdoors- sein auch wirklich nur das „Draußen-sein“ erfordern soll.
Unabhängig davon ob man bereits Wissen, finanzielle Mittel oder auch Erfahrung
mitbringt.
5. Warum müssen wir die Natur für BIPoC zugänglicher machen?
Eine Barriere, die sich BIPoCs immer wieder beim Thema Outdoor stellen
müssen, ist das Gefühl, nicht dazu zu gehören, weil man beispielsweise nicht mit
Outdoor-Aktivitäten aufgewachsen ist. Das wiederum führt dazu, dass man in
einer Gruppe auch die einzige Person of Color ist. Studien belegen, dass sich
alltäglicher Rassimus und Diskriminierung auf die psychische Gesundheit von
BIPoc auswirkt. Zeit in der Natur zu verbringen ist für dieses Problem keine
pauschale Lösung. Nichtsdestotrotz konnten wir in unseren Outdoor-Aktivitäten
einen Unterschied in der Stimmung unserer Teilnehmerinnen erkennen. Die
frische Luft und Bewegung wirkte sich nicht nur körperlich positiv auf unsere
Gruppe aus sondern auch mental. Die Natur als solches ist räumlich gesehen ein
Ort in dem man sich frei entfalten kann ohne Einschränkungen. Außerdem bietet
sie die Möglichkeit abseits von Strukturen und Gesellschaft sich kurzzeitig eine
eigene Welt zu schaaen, möglichst frei von Benachteiligung. Des Weiteren sehen
wir in Outdoor-Aktivitäten ein Key-Element unserer Idee und zwar: Gemeinschaft
bilden. Die gemeinsam verbrachte Zeit in der Natur bietet Raum Community zu
bauen und sich auch als solches zu verstehen. Somit sehen wir darin eine
Chance, nicht nur einen positiven gesundheitlichen Aspekt für BiPoC zu
erreichen, sondern eben auch die Möglichkeit, dass BIPoC Gemeinschaft finden
abseits des eigenen Alltags.
6. Was wünscht ihr euch konkret von der Outdoor-Community und
Gesellschaft, um echte Teilhabe und sichere Räume für BIPoC zu
ermöglichen?
Nicht davor zurückzuschrecken Räume „nur“ für BIPoc anzubieten. Solche Räume
können nämlich extrem empowerned sein und die Teilhabe in anderen
Gruppen/Angeboten im Nachhinein erleichtern. Damit geht auch die Sicherheit der
Räume einher.
7. Welche (Outdoor-)Vorbilder oder Bewegungen haben euch inspiriert?
Black Hike Hamburg hat uns inspiriert und motiviert den Outdoor Aspket in
unsere Initiative zu inkludieren. Oder auch Black Girls Hike aus Großbritannien
sind Vorbilder, mit denen wir uns aufgrund der gleichen Zielgruppe sehr gut
identifizieren können. Solche Projekte nehmen selbstbewusst und stolz Raum in
der Outdoor-Landschaft ein.
8. Was erhofft ihr euch vom OUTO Changemaker Programm?
Wir erhoaen uns ein Netzwerk im Bereich Outdoor und eine Weiterentwicklung
unseres Projektes des Outdoor-Clubs. Wir wollen von den ExpertInnen bei OUTO
lernen, wie wir einen inklusiven Raum in der Natur schaaen, um somit einen
nachhaltigen und positiven Einfluss auf unsere Zielgruppe erreichen zu können.
9. Was motiviert euch gerade besonders an der Teilnahme des OUTO
Changemaker Programms?
Besonders inspirierend ist der Austausch mit den anderen Changemakers. Sei es
mit fortgeschrittenen Projekten oder auch mit denjenigen, die am Anfang stehen.
Man entwickelt gemeinsame Ideen und Gedanken. Außerdem unterstützt man
sich viel im Prozess. Das Element der Social-Business-Idee ist ebenfalls für uns
spannend, da wir einiges Neues dazu lernen und das sehr bereichernd ist.
10. Was würdet ihr anderen mitgeben, die sich für eine inklusivere Outdoor-
Szene einsetzen möchten?
Halte es ganz simpel! Am Anfang muss man keinen großen Ski-Trip planen oder
eine tagelange Wanderung. Oft verliert man sich in der Ideenentwicklung und
denkt sehr groß. „Change“ lässt sich bereits im Kleinen erreichen, indem man
Leute zusammenbringt und dabei leidenschaftlich sich der eigenen Idee
nachgeht.
11. Vervollständigt den Satz: Die Natur bedeutet für mich... sich körperlich und
gedanklich frei zu fühlen.
Kontakt:
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Weitere Links: www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-levin-schwarze-
www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm/29487-blackspiration-finding-
